Nachdem mein Kollege seinen Frust über OpenSolaris von sich gelassen hat, muss ich an dieser Stelle auch noch mal ein wenig Dampf über mein eigentlich heiß geliebtes Linux-Derivat ablassen…
Ich benutze seit Version 6.06 Ubuntu. Und durch die Möglichkeit die Distribution einfach zu Upgraden, wollte ich mir eigentlich immer das komplette Plätten meines Heimrechners ersparen.
Nur leider hat das Dist-Upgrade bisher daheim nie zu 100% geklappt. Von kleineren Macken wie etwa Treiberinkompatibilitäten mit meiner Grafikkarte bis zum totalen GAU ist dabei schon alles passiert. Richtig Reibungslos ist diese Prozedur daheim noch nie von Statten gegangen – und von Erzählungen von Bekannten weiß ich, dass ich nicht der einzige mit diesen Problemen bin!
(Hier sei aber auch erwähnt, dass es auf meinem Arbeitsrechner im Betrieb einmal ohne irgendwelche Probleme geklappt hat!)
Im Betrieb fahre ich nun schon seit der Release Ubuntu „Hardy Heron“ (8.04) und muss gestehen, dass ich zu Anfang nicht sonderlich begeistert war. Insgesamt lief das System mehr holprig als rund und z.B. Pulse Audio macht immer noch Probleme, wenn ich z.B. MOC und den Firefox mit einem Flashvideo offen habe. Durch viele Bugfixes läuft der Reiher nun aber schon etwas runder und mein Unmut ist besänftigt (;
Grund genug, auch endlich meinen Heimrechner zu updaten. die /etc/apt/sources.list angepasst,
sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade
(Ja, mir ist bewusst, dass WP kein BB-Code kann!)
Und siehe da, alles soweit töfte, bis mein System versucht die locales einzurichten. Auf de_AT.utf-8?!?! Und schon friert alles mehr oder weniger ein. htop verrät mir, dass dieser Prozess mittlerweile 90 Minuten auf 89,9% CPU läuft.
pkill locales hilft soviel wie kill -9, nämlich gar nix!
Da ich aus dem Internet aktuallisiert habe, habe ich nicht mal eine bootfähige Rettungs-CD da. Firefox angeworfen und – Moment, nur eine Fehlermeldung… Okay, das Update hat meinen FF gekillt. Über Pidgin von meinem Arbeitskollegen die URL zum ISO von Ubuntu 8.04.1, wget an und runtergeladen, um anschließend feststellen zu dürfen: sowohl Brasero als auch cdrecord erkennen kein Device. Selber mein USB-Stick für den Transport des ISOs zum Rechner meiner Freundin wird nicht erkannt, dumme Sache!
Hartes Reset, Update fortsetzenlassen – Wieder der Fehler bei locales….
Hartes Reset, Wiederherstellungskonsole.
dpkg-reconfigure locales – Nö, Fehler!
dpkg –configure -a – bleibt auch bei de_AT.utf-8 hängen, selbst, wenn ich vorher die Locales / Lang setze.
Gut, am nächsten Tag im Betrieb erstmal die passende Live-CD gebrannt und dann daheim von dort aus drüber gebügelt, was dann ausnahmsweise ohne Probleme funktioniert hat…
Nun habe ich keine Ahnung, wie er mir meine Locales von de_DE auf de_AT gesetzt hat, oder warum er in der Konfiguration immer wieder hängen geblieben ist… Aber man sieht: Es muss nicht immer openSolaris oder Windows sein, um jemanden zu ärgern, haha!
Update: Nachdem dieses Thema sehr viele Leser auf unseren Blog gezogen hat, und wir aktuell (27.08.) auf Platz 1 der Google-Suche nach „ubuntu dist-upgrade de_at.utf-8″ sind, sollte ich vielleicht auch eine Lösung zu dem Problem auf anderem Wege, als Drüberbügeln nennen:
Im UbuntuUsers.de-Forum gab es folgende Lösung:
1. Rechner neu starten (u. U. muss der Stecker gezogen werden: beim Runterfahren hat bei meiner Familie die Festplatte ewig gerödelt und nichts hat sich getan. No risc no fun
)
2. Den Kernel 2.6.22-14 auswählen (der „normale“, nicht den „recovery“)
3. Warten, bis der grafische Login erscheint (u. U. in einer recht groben Auflösung)
4. Mit Strg+Alt+F1 (gleichzeitig drücken) in den Text-Terminal wechseln
5. Hier erscheint in der untersten Zeile „Login:“. Hier deinen User-Namen eingeben und die Eingabe-Taste drücken.
6. Jetzt kommt „Password:“. Dein Passwort eingeben (das muss ‘blind’ getippt werden, da keine Rückmeldung erfolgt)
7. Gib ein: „sudo dpkg –configure -a“ (ohne Anführungszeichen – und dann wieder die Eingabe-Taste)
8. Immer, wenn du ’sudo’ eingibst, erfolgt eine Passwort-Abfrage. Du gibst dein Passwort ein (s. o.)
9. Das Upgrade sollte dann laufen. Du erkennst es daran, dass permanent Meldungen auf dem Bildschirm erscheinen
10. Irgendwann kommt eine Meldung, dass der Bildschirm neu konfiguriert werden muss oder nicht, und du auf den grafischen Login wechseln sollst (ich hab das nicht mehr genau im Kopf – auf alle Fälle wird dir die Tastenkombination Strg+Alt+F7 vorgeschlagen – die Meldung ist englisch). Wechsle mit Strg+Alt+F7 oder Strg+Alt+F9. Du solltest einen Bildschirm sehen, wo du (leider in Englisch) gefragt wirst, ob du neu konfigurieren willst (Stichwort X-Server). Das willst du *nicht* – entsprechende Option auswählen und mit Strg+Alt+F1 wieder zu deiner Installation wechseln.
11. Die Installation sollte jetzt weiter laufen (ausgespuckte Meldungen)
12. Wenn fertig (unterste Zeile ist @~$_ oder so ähnlich) den PC neu starten mit:
13. „sudo shutdown -r now“ (und wieder die Eingabe-Taste und in der nächsten Zeile das Passwort eingeben)
14. Der PC sollte sauber hochfahren und der gewohnte grafische Login erscheinen und „alles ist gut“
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[...] den Repositories meiner Ubuntu-Version war. Also mal eben Ubuntu Gutsy auf Hardy updaten und damit den Rechner zerschießen. Dann wurde das Aufbauen des Hochbetts meiner Freundin doch zu einer längerweilenden Aufgabe, als [...]